Die Hundepfote
„Gib Pfote!“ oder „High five!“ – und schon liegt sie uns, entsprechendes Training vorausgesetzt, in der Hand: die Hundepfote. Genauer betrachten wir sie jedoch oft nur, wenn die Krallen geschnitten werden müssen oder eine Verletzung erkennbar ist. Dabei ist es wichtig, den Zustand der Pfoten regelmäßig zu kontrollieren. Sie tragen unsere Hunde durchs Leben und erfüllen viele weitere wichtige Aufgaben. Wir haben einen kurzen informativen Überblick über das „Wunderwerk Hundepfote“ zusammengestellt.
Aufbau der Hundepfote
Anatomisch betrachtet sind Hundepfoten im Prinzip so aufgebaut wie unsere Hände bzw. Füße. Dabei entsprechen die Vorderpfoten unseren Händen, die Hinterpfoten unseren Füßen. Jede Vorderpfote besitzt Fußwurzelknochen, Mittelfußknochen und zumeist fünf Zehen mit jeweils drei Zehenknochen. Der fünfte Zeh sitzt am Vorderlauf erhöht und hat seine Funktion im Lauf der Evolution verloren. Die einzelnen Knochen jedes Zehs sind durch Gelenke verbunden, wodurch die Zehen sehr beweglich sind. An den Hinterläufen sind die Knochen bis auf den hier fehlenden erhöht sitzenden Zeh mit den Vorderläufen identisch. Im Unterschied zu uns Menschen treten Hunde nur mit den Zehen auf und nicht mit dem ganzen Fuß. Dieser Zehengang macht Hunde äußerst schnell und wendig und erlaubt perfektes Anschleichen.
Ballen und Krallen
Den Hauptteil der äußerlich sichtbaren Unterseite der Hundepfote machen die Ballen aus. Hier ist die Haut 50mal dicker als am restlichen Hundekörper und schützt zusätzlich durch eine verhornte Hautschicht vor möglichen Verletzungen. Die Pfoten sind damit unempfindlicher beim Laufen auf steinigen oder unebenen Untergründen. Unter der Hornschicht liegen Fettpolster, die u. a. als Stoßdämpfer dienen und vor Kälte schützen. Zwischen den Ballen befindet sich eine Zehenzwischenhaut, die die einzelnen Zehen miteinander verbindet und für mehr Beweglichkeit sorgt. Geschützt wird diese Zwischenhaut durch Fell. Hundepfoten sind von vielen Nervenenden durchzogen und daher sehr sensibel.
An der Vorderpfote befinden sich vier kleinere Zehenballen, ein großer Mittelhandballen und weiter oben ein kleiner Handwurzelballen.
An der Hinterpfote fehlt der Handwurzelballen. Hunde, die rassebedingt eine oder zwei Wolfskrallen ausgebildet haben, besitzen an dieser Stelle jedoch ebenfalls einen kleinen Ballen.
Im Vergleich zu den Hinterpfoten sind die Vorderpfoten und damit auch die Ballen runder und größer, weil die Vorderläufe rasseabhängig bis zu 60 Prozent des Körpergewichts tragen. Die Kraft zum Rennen erzeugen vorwiegend die stark bemuskelten Hinterläufe, während die Vorderläufe auch für das Abbremsen zuständig sind.
Die Krallen bestehen aus hartem Horn und sorgen für zusätzliche Bodenhaftung. Im Gegensatz zu unseren Fingernägeln sind sie mit Blutgefäßen und feinen Nervenenden durchzogen und erfordern daher, wenn die Krallen geschnitten werden müssen, besondere Vorsicht.
Funktionen der Pfoten
Neben dem Laufen und Rennen erfüllen die Pfoten weitere wichtige Aufgaben. Da sie von vielen Nerven durchzogen sind, liefern sie unseren Hunden auch Informationen über die Beschaffenheit des Bodens, über Vibrationen und Temperatur. Die sowohl robusten als auch elastischen Ballen dienen als Stoßdämpfer und Gleitschutz. Der nur an den Vorderläufen vorhandene Handwurzelballen hilft beim Bremsen. Hunde schwitzen durch ihre Pfoten und besitzen dort spezielle Duftdrüsen. Damit setzen sie einen individuellen Duft ab, den sie beim Laufen und vermehrt auch beim Scharren als Botschaft für andere Tiere zurücklassen. Die Krallen helfen beim Graben und geben zusätzlichen Halt beim Abstoßen und Laufen und auf unebenem Gelände. Hundepfoten sind komplexe Sinnes- und Schutzorgane, die unsere besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Pflege der Hundepfoten
Eine regelmäßige Kontrolle der Pfoten auf Verletzungen oder eingetretene Steinchen oder andere Fremdkörper sollte selbstverständlich sein. Hunde zeigen in der Regel durch Lecken, Humpeln oder ein verändertes Gangbild, dass mit den Pfoten etwas nicht in Ordnung sein könnte. Probleme mit den Pfoten sind ebenfalls an einem veränderten Geruch oder Rötungen der Zehenzwischenhaut zu erkennen. Die Ballenhaut sollte immer weich und geschmeidig sein. Trockenheit und Risse können im schlimmsten Fall Entzündungen und weitere gesundheitliche Probleme herbeiführen. Im Handel sind sehr viele Pflegeprodukte für Hundepfoten zu finden.
Ebenso wichtig ist die Pflege der Krallen. Zu lange Krallen können z. B. auch zu Fehlhaltungen führen, die sich negativ auf den ganzen Bewegungsapparat auswirken können. Tipp: Die Krallen immer nur wenig kürzen, dafür öfter! Ein zu tiefer Schnitt kann in den gut durchbluteten Krallen zu heftig blutenden und sehr schmerzhaften Verletzungen führen.
Im Winter führt der Kontakt mit Split und Streusalz, das leider immer noch viel zu oft Verwendung findet, zu rissigen Ballen und Reizungen der Zehenzwischenhaut. Daher ist es wichtig, die Hundepfoten nach einem Kontakt mit Streusalz mit lauwarmem Wasser abzuspülen und gut abzutrocknen. Salzreste können außerdem abgeschleckt werden und zu Erkrankungen führen.
Im Sommer können die zunehmend steigenden Temperaturen Asphalt- und Steinuntergründe aufheizen, so dass Hunde, die einen Wärmeausgleich nur durch ihre Pfoten und durch Hecheln herbeiführen können, überhitzen. Wer seinen Hund bei hohen Außentemperaturen am Fahrrad laufen lässt, bringt seinen Vierbeiner unabhängig vom Untergrund in Lebensgefahr. Weitere Gefahren, die im Sommer lauern, sind Grannen, vermehrt herumliegende Glasscherben oder auch Zecken, die sich in die Zehenzwischenräume setzen.
Fazit:
„Hundepfoten sind wahre Allrounder: Sie tragen, fühlen, schützen und verbinden den Hund mit seiner Umwelt. Gerade weil sie täglich so viel leisten, verdienen sie regelmäßige Aufmerksamkeit. Ein bewusster Umgang, kleine Pflegeroutinen und ein wachsames Auge helfen, die Pfoten gesund zu halten und sorgen dafür, dass sich der Hund sicher, schmerzfrei und gerne bewegt. Denn jeder Weg beginnt mit einem sicheren Schritt.“ (Zitat: animalium.nrw)
Quellen und Links:
https://www.mammaly.de/blogs/ratgeber/anatomie-der-hundepfote
https://www.zooplus.de/magazin/hund/hundegesundheit-pflege/hundepfote
https://animalium.nrw/hundepfoten-kleine-wunderwerke-mit-grossen-aufgaben/
https://www.derhund.de/pfoten-infos-und-tipps/
https://www.zooroyal.de/magazin/hunde/gesundheit-pflege-hunde/rund-um-die-pfotenpflege/
Foto: privat